Fernweh


Es ist die Zeit des Reisens, zumindest für viele die Kinder haben. Doch was ist es, das mich in die Ferne treibt? Ich möchte diesem Phänomen auf die Spur kommen und zücke ein leeres Blatt Papier. Ich beginne...


Sonne, Meer, Strand, gutes Essen, feiner Wein, nichts müssen, etwas erleben, schlafen, lesen, Neues entdecken.


Meine Recherche geht weiter. Was steckt dahinter, oder besser gesagt darunter? Nehme ich zum Beispiel das Wort „Sonne“. Die Sonne sehe ich jeden Tag (hoffentlich). Ich brauche nirgends hinzureisen, um sie zu sehen. „Das Meer“; hier wird es schon klarer. Ein Meer habe ich nicht vor der Haustüre, dafür muss ich tatsächlich reisen. Und da kommt dann noch der Strand, was dem Ganzen bereits ein klareres Bild gibt. Ich sehe mich also am Strand sitzen (und dieser sollte, wenn möglich menschenleer sein) mit dem Blick in die Weite schweifen und mich von der Sonne (nicht zu heiss bitte) wärmen lassen. Ich gehe weiter zu Speis und Trank. Ich möchte für einmal nicht kochen müssen und mich einfach verwöhnen lassen. Meine Tage dürfen nicht all zu langweilig sein. Ich möchte etwas erleben, einem Segelturn beiwohnen oder ein Dorffest besuchen. Und ganz wichtig ist: viel lesen und schlafen...


Alles in Allem scheint ziemlich komplex zu sein und die Gefahr, dass ich bei so vielen Parametern enttäuscht werde, ist gross. Ich gehe also noch einen Schritt weiter... Was erhoffe ich mir, wenn all das eintrifft, genauso, wie ich es mir ausgemalt habe?


Dann fühle ich FREIHEIT !


Ach so, es geht also vielmehr um das Gefühl als um das Bild? Oder besser gesagt, das Bild, dem ich nacheifere, drückt ein Gefühl aus das ich fühlen möchte.


Wenn ich es mir recht überlege, könnte ich ausser dem Meer alles auch zu Hause haben. Es wäre lediglich eine Sache des Willens und der Organisation. Ich bin der Autor meines eigenen Lebens. Das muss ich mir selbst immer wieder zuflüstern sonst glaube ich es nämlich nicht;-)


Wenn ich in mir und mit mir die Freiheit nicht finde, werde ich es auch auf der Insel nicht tun. Schaffe ich es jedoch mein Bedürfniss von Freiheit im Hier und Jetzt zu leben, egal wo ich mich befinde, werden auch die Ferien ein echter Mehrwert sein, weil die Parameter unwichtig geworden sind! In diesem Sinne: „Auf zu neuen Ufern...


...falls es mich dann überhaupt noch in die Ferne zieht“

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